Krematorium auf dem Westfriedhof in Köln

Entwurf Eva Hagen

EH Pano 1 NKOBAus der Aufgabe heraus ein Krematorium mit Trauerhalle zu entwerfen, setze ich zwei Schwerpunkte. Zum Einen die Verbindung des sehr funktionalen und technischen Bereich mit dem emotionalen Bereich, zum Anderen die Interreligiösität der Trauerkulturen.

Der Weg

Durch die linear verlaufende lange Achse, die den Blick des Trauernden direkt nach dem Eintritt in das Friedhofsgelände auf das Krematorium mit der Trauerhalle lenkt, beginnt das Abschied nehmen. Dieses Raumerlebnis lässt einen den urbanen Raum der den Friedhof umgibt vergessen und man fokussiert sich auf die Trauer und den Tod. Die Spannung die durch diesen Weg erzeugt wird, wird in meinem Entwurf intensiviert. Die letzten 60 Meter des Fußmarschs der Trauerenden führt sie unter die Erde. Durch den Gang unter die Erde, verliert man den Bezug zu der Außenwelt. Eine intime Atmosphäre wird geschaffen, indem der Trauernde sich auf seine Emotionen und den Abschied nachdenken kann. Der Besucher fokussiert zwar seinen Blick auf die überirdische Kuppel, sieht den Eingang jedoch nicht und kann diese Kuppel somit auch nicht erreichen. Das Gebäude bleibt etwas Ungewisses, wie das Reich der Toten. Die Struktur der Überdachung ist als Erweiterung der Kuppel anzusehen. die Kuppel als zentraler Punkt, wird durch die fortlaufenden Linien weitergeführt. Die entstehenden Felder beziehen sich auf den braockartig angelegten Friedhof und wirkt gleichzeitig als eine Abstraktion von Gräbern.

EH Pano 3 NKOBDie Trauerhalle

Der Mittelpunkt des Gebäudes bildet die Trauerhalle. Sie soll jeder Religion Raum geben, sich von den Toten zu verabschieden. Schaut man sich die verschiedenen Religionen an, so haben sie unterschiedliche Richtungen zu denen sie ihre Toten verabschieden und beten. Beispielsweise legen die Muslime ihre Toten Richtung Mekka, was die Ausrichtung Richtung Südosten bedeutet. Hindus und Buddhisten legen Ihre Toten Richtung Süden hin und verabschieden Sie in Mitte eines Kreises. Diese Richtungen und Rituale auf die Trauerhalle projiziert, entsteht ein Oktagon, welches jeder Kultur eine Richtung gibt . Diese zentrierte Geometrie wird überspannt von einer Kuppel, die durch ihr Rippenwerk den Blick auf den Himmel frei macht. Der Himmel symbolisiert das Reich Gottes, das Paradies in dem die Seele des Verstorbenen aufsteigt. Nicht nur das Symbol des Himmels ist ein Bild was die Kulturen vereint, auch die Bedeutung für Feuer, Pflanzen und Wasser gleicht sich an und verbindet sie. Vereint ist Trauer und Symbolik , schaffen die Trauerräume eine Traueratmosphäre die nicht neutral gehalten wird aus Rücksicht verschiedener Kulturen, sondern schafft eine emotionale Atmosphäre, die alle verbindet.

EH Pano 2 NKOB

Die Kremation

Die Feuerbestattung wird auf Wunsch sichtbar gemacht. Ein Besucherraum öffnet den Blick zu der Kremation und damit wird die Technik mit dem Emotionalen verbunden. Dieser Raum bildet die Schnittstelle zwischen den Bereichen der Trauer und dem Technikbereich.

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